Konflikte zwischen Einzelnen

Wir erleben tagtäglich, dass Menschen unterschiedlicher Meinung sind: der Vorgesetzte, die Teamkollegin im Vertrieb oder in der Produktion. Jeder beurteilt ein Thema aus seiner individuellen Perspektive. Wie kann man hier zu einer Einigung kommen, die von beiden Seiten mitgetragen wird?

Und kann man hier schon von einem Konflikt sprechen? Nein, solange beide Seiten akzeptieren, dass der andere eben seine Meinung hat und sie aus ehrlicher Überzeugung vertritt. Auch nicht, solange beide respektvoll miteinander umgehen und für die Argumente des anderen offen sind – und solange die Kommunikation zwischen ihnen entspannt und wertschätzend ist. 

Kommen hingegen persönliche Spannungen auf, können sachliche Meinungsverschiedenheiten schnell in Konflikte umschlagen. Ist keiner mehr bereit, nachzugeben, wird die Auseinandersetzung immer emotionaler: beide Seiten wollen nun ihre Interessen ohne Rücksicht auf Verluste durchsetzen. Spätestens wenn es ihnen nicht mehr darum geht, einen gemeinsamen Nenner zu finden, kann der Konflikt zu einem Machtkampf um Sieg oder Niederlage eskalieren. 

Eine der zentralen Erkenntnisse des Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick lautet: Ob zwei Menschen sich sympathisch sind, ist in der Kommunikation viel wichtiger als die Frage, ob sie einer Meinung sind. Wenn es gelingt, in einer freundlichen Atmosphäre unterschiedliche Meinungen auszutauschen, kann etwas Neues entstehen – eine neue Idee, ein neues Produkt, eine neue Methode. Dann geht es nicht mehr darum, wer Recht hat oder wer sich durchgesetzt hat. Sondern darum, Spaß daran zu haben, gemeinsam etwas zu erarbeiten.

Die Fähigkeit, mit Meinungsvielfalt konstruktiv umzugehen, fällt den wenigsten in den Schoß. Man muss der Versuchung zu widerstehen, den anderen wegen seiner anderen Meinung abzuwerten. Sie erfordert eine Balance zwischen dem Erkunden der Meinung des anderen und dem Plädieren für den eigenen Standpunkt. Laut Watzlawick ist Meinungsvielfalt die reifste Form von Kommunikation, weil unterschiedliche Meinungen gegeneinander abgewogen werden. Weil daraus neue, spannende Ideen entstehen können.

Bei Konflikten zwischen einzelnen Personen geht es darum, herauszufinden, in welchen Punkten die Personen inhaltlich nicht übereinstimmen und wo es auf der Ebene von Sympathie bzw. Antipathie Probleme gibt. 

Konflikte zwischen Einzelnen sind vergleichsweise „einfach“, wenngleich sie für die Betroffenen dramatisch sein können. Die Komplexität ist überschaubar – wie Sie anhand der nachfolgenden Konfliktarenen noch sehen können. 

Gleichwohl gilt es, die spezifische Konfliktdynamik, die zwischen zwei, drei oder vier Personen entstanden ist, zusammen mit den Beteiligten zu dechiffrieren und Unterstützung bei der Auflösung des Knotens zu geben. Diese Dynamik ist immer individuell, es gibt da unendlich viele Kartierungen, an denen man sich orientieren kann. Konfliktberatung erfordert, gemeinsam mit den Konfliktparteien wahrzunehmen, was sich abspielt, welche Muster sich eingeschliffen haben, und welche Art von Kommunikation konstruktiver, zielführender und für die Beteiligten angenehmer ist.

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