Wie die Legitimation von Lateraler Führung gelingt

22. Juli 2021 | Dieter Rösner stellt die Herausforderungen von Lateral Leadership anhand des Begriffs der Legitimation dar.

 

Die Fähigkeit zum Lateralen Führen ist Grundvoraussetzung für Organisationen, die sich in einer agilen Transformation befinden. Aber auch andere Organisationsformen, wie z. B. die Projektorganisation oder Matrixorganisation, brauchen ein klares Rollenverständnis des Lateral Leader. Mein Kollege Dieter Rösner hat diese Herausforderung anhand des Begriffs der Legitimation dargelegt und aufgelöst.

 

Agile Selbstorganisation und die Legitimation der Lateral Leaders

Dieter´s Credo, basierend auf vielen Projekten, in denen er Organisationen in der Phase der Agilen Transformation begleitete, lautet:

  1. Es braucht zunächst eine Systemlegitimation für Laterale Führung, bestehend aus einem klar definierten Rollenprofil, das dem/der Rolleninhaber*in zugeschrieben und formell vereinbart wird.  Daraus leitet sich ab, wie der/die Lateral Leader sich in bestimmten Situationen verhält, welche Aufgaben ihr/ihm zufallen und welche Kommunikationswege gegangen werden können. Dem Management obliegt es, diese Systemlegitimation zu etablieren und laufend zu festigen. Denn es dauert, bis die neuen Rollen in der Organisation von allen akzeptiert und anerkannt sind.
  2. Die Teamlegitimationfür Laterale Führungerarbeitet sich der/die Rolleninhaber*in selbst, durch Kommunikation, durch Commitments, die mit Kollegen getroffen und den Kollegen auch abverlangt werden. Dies alles unter der Prämisse der Akzeptanz des hierarchischen Unterschieds („Ich habe Dir an dieser Stelle und zu diesem Thema etwas zu sagen!“). Dazu brauchen Laterale Leader die entsprechende innere Haltung („Ich darf in Führung gehen!“), sowie fachliches, methodisches und soziales Know-How. Wenn darüber keine Einigung über die Zusammenarbeit erzielt werden kann, gilt: der/die Lateral Leader muss bereit sein, auch mal die Beziehungsebene zu strapazieren und Klartext mit dem Kollegen / der Kollegin zu reden.
  3. Und schließlich die Selbstlegitimationfür Laterale Führung. Es ist die innere Haltung, mit der der Rollenträger / die Rollenträgerin sich selbst vertritt. Dazu gehört die ganz eigene Überzeugung, dass der Beitrag zum Ganzen, zum Unternehmenserfolg wesentlich ist und die Delegation von Aufgaben rechtfertigt. Diese Rolle wird anderen gegenüber wertschätzend, aber auch klar und unmissverständlich gelebt, und führt so zu einer von anderen wahrnehmbaren Stärke und Überzeugungskraft. Sie wirkt durch die Präsenz des Rolleninhabers und braucht die Zustimmung des Gegenübers nicht. Sie ist die stärkste Form von Legitimation, und gleichzeitig nur mit konsequenter innerer Arbeit an der eigenen Person zu erreichen. Laterale Führung wird lebendig und authentisch durch die Selbstverständlichkeit, mit der die Rolle gelebt wird.

 

Damit Laterale Führung gelingt,müssen Lateral Leader eine z. T. enorme Persönlichkeitsentwicklung durchlaufen

Was kann dabei helfen? Wie entsteht innere Stärke, die völlig ohne Arroganz einhergeht? Aufgrund eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Achtsamkeit sich selbst und anderen gegenüber helfen kann, ebenso wie das kontinuierliche Anstreben innerer Unabhängigkeit. Der innerlich unabhängige Mensch ist in erster Linie seiner Aufgabe verpflichtet, und braucht die Anerkennung und Belohnung von außen nicht. Regelmäßige Mediation oder Kontemplation gelten zeit- und kulturübergreifend als ein Weg zu innerer Freiheit und Souveränität. Man übt sozusagen die innere Freiheit, indem man sich jeden Tag ein paar Minuten von der Welt zurückzieht. So schließt sich der Kreis zu einer der Grundprinzipien der Agilen Organisation: die innere Haltung ist wesentlich, sie verändert Organisationen. Tools und Methoden sind Wege, dieser inneren Haltung Ausdruck zu verleihen.  

Den ausführlichen Artikel meines Kollegen Dieter Rösner finden Sie hier als Download. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare, Fragen usw.

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